Etwa in der Mitte der 70er Jahre trat die Disco Mode von damals Ihren Siegeszug durch die Clubs und Diskotheken der Citys an. Während fast alle anderen modischen Kleidungsstile der damaligen Zeit von politischen Motiven beeinflusst wurden, war die Disco Mode von Anfang an eine Mode, die nichts mehr als Lifestyle, Fun und Sex-Appeal ausdrücken sollte.

Für die Discomode wurde die Kleidung aus den verschiedensten Materialien gefertigt, die man vorher nicht kannte. Gerne zum Beispiel aus PVC, einem reflektierenden Kunststoff, der im Licht der Lichtorgeln und spiegelnden Discokugeln am besten zu sehen war und am meisten auffiel.

Neue Schnitte in lebhaften Farben betonten den Körper, auch die Schlaghose verlieh ihrem Träger vor allem zusammen mit Plateauschuhen ein ganz neues Körperbild. Er schwebte fast über der Tanzfläche, die durch die enge Kleidung betonten Hüften strahlten beim Tanzen pure Erotik aus.

Alles, was die Kleidung schrill machte, war angesagt, das konnten Effektfäden im Stoff sein oder Materialien, die wie Gold aussahen, Hauptsache die Oberfläche glänzte irgendwie. Dazu kamen auffällige Accessoires, riesige Sonnenbrillen wurden auch bei Discobeleuchtung getragen, Goldketten oder dicke, meist künstliche Edelsteinklunker waren fast Pflicht.

Das alles haben die ersten Discogänger sich nicht selbst ausgedacht, die Discomode richtete sich nach Vorbildern, ob es der neueste Discofilm war oder das Outfit eines damals angesagten Stars.

Die Discos waren in dieser Zeit überlaufen, jeder, der dem gängigen Modebild nicht entsprach, wurde deshalb an der Tür aussortiert. Aus diesem Grund verbrachten nicht wenige Jugendliche Stunden mit dem Styling, das sie den Idolen aus Film und Musik möglichst ähnlich machte. Die Discomode von damals imitierte also eher, als dass sie Individualität hervorhob, hatte aber einige Elemente, die auch heute noch ihren Einfluss zeigen.

Discomode heute

Aus dieser Historie lässt sich für die Disco-Mode von heute ableiten: Körperbetonung schadet nicht, ungewöhnliche Stoffe sind gut, alles, was auffällt auch. Auch heute können Stars als Vorbilder dienen, aber die unkritische Kopie ist nicht mehr angesagt. Individualität ist vielmehr gefragt, eigene Kombinationen und eigene ungewöhnliche Ideen.

Das alles ist interessant für den Fashionmonger, aber es gibt ja auch normale Menschen, die gar nicht so gerne auffallen möchten. Auch für sie gibt es Discomode, schon bei der Ausstattung der Filme von Saturday Night Fever bis Dirty Dancing hatten die Filmemacher bedacht, dass nicht jeder Mensch gerne auffällt, auch wenn der Erfolg der Filme praktisch zum Modediktat führte: In den Filmen sind jede Menge ganz normal gekleidete Menschen zu sehen, die aktiv mitmischen.

Wer sich also etwas weniger auffällig stylt, kann nichts falsch machen. Das ist auf jeden Fall besser als ein übertriebenes Outfit, in dem der Träger sich sichtbar unwohl fühlt. Außerdem ist der Blick für das Detail gefragt: Jede Discothek hat ihre eigene Mode, und wer hier ausscheren will, braucht schon eine Menge Selbstbewusstsein und Stilgefühl. Wer nicht zum Trendsetter geboren ist, passt sich besser an die herrschende Kleiderordnung an.

Je nach Laune und Traute sind bei der heutigen Discomode alle Nuancen erlaubt, die dem Träger Freude bringen. Anfänger, die überhaupt noch kein Händchen für Mode im Allgemeinen oder Discomode im Besonderen haben, haben eine ganz einfache Ausweichmöglichkeit: Schwarz geht immer, aufgefrischt durch die richtigen Accessoires sogar sehr gut.