Die ersten Discos waren Läden, in denen Schallplatten aufgelegt wurden – der Name Disco kommt auch von den Bars in Marseille, in denen die Seeleute ihre Schallplatten ähnlich wie in einer Bibliothek bis zum nächsten Landgang aufbewahrten. Daraus entstand im besetzten Paris in den 1940ern der erste Club mit Namen “La Discothèque”, der im Krieg auch keine Livemusik, sondern nur Schallplatten spielen konnte.

Das Konzept ging auf, in Paris entstanden zahlreiche solche Läden, die teils nur aus Geldmangel schräge Dekorationen einsetzten. Auch der strenge Tür-Check entstand schon in einer der ersten Discos aus der Idee, den Laden durch Verknappung zum Objekt der Begierde zu machen.

Die Idee der unkonventionellen Clubs ging um, an vielen Orten in Europa und den USA entstanden Clubs, die durch ungewöhnliche Aufmachung zu punkten versuchten. Die DJs wurden interessanter, auch durch Einflüsse aus dem Underground entwickelte sich “Disco” zum Musikstil und zur Kunstform. Als die großen Plattenfirmen in den 1970ern die Szene pushten, schwammen manche Disco im Geld, in New York und bald auch anderswo entstanden die Discotempel mit Licht- und Lasershows.

Disco heute

All diese Ideen der Entwicklungsgeschichte sind auch in den Discos der heutigen Zeit beliebte Zutaten: Die Location muss auf jeden Fall ungewöhnlich sein, ob durch eine außergewöhnliche Lage, eine außergewöhnliche Vergangenheit oder eine außergewöhnliche Einrichtung.

Die Ausdrucksformen sind freier denn je: Da wird ein alter Flugzeugrumpf zur VIP-Lounge, eine Glaswand im Obergeschoss ermöglicht den freien Rundblick, das Führerhaus eines Lastwagens wird zur DJ-Kanzel.

Mehrere Tanzflächen auf mehreren Ebenen kommen immer gut an, manche Top-Location teilt sich gleich in mehrere Clubs, die mit ganz unterschiedlichem Styling und ganz unterschiedlicher Musik jeden Besucher glücklich machen.

Die Lichteffekte sind immer noch im Spiel, mit den heutigen technischen Möglichkeiten nur noch aufregender. Es gibt 100 Meter breite Rundumbildschirme, die ohne Pause synchronisierte Lichter und Bilder auf das staunende Publikum werfen, oder schillernde Wandsysteme mit leuchtenden Membranen, die psychedelische Stimmung schaffen. Oder beides in einem Laden.

Nachdem eine Zeit lang die schreiende Buntheit der 1970er hinter coolem Style in ernsten Farben zurücktreten musste, kann heute der Raum mit der futuristischen Einrichtung wieder Knallorange sein, aber ebenso können Erdtöne zum Eindruck mystischer Orientalistik gemixt werden.

Erlaubt und aufgrund neuester Entwicklungen zu verwirklichen sind heute jegliche Spaß-Effekte von der Foam Party bis zum Pyro-Event auf der Bühne.

Geblieben ist die „harte Tür“ vor allem an den Eingängen der Top Diskotheken, die sich auch heute noch als erfolgreiches Marketinginstrument bewährt.